DGB-Kundgebung gegen die Notstandsgesetze in der Dortmunder Westfalenhalle, 11. Mai 1968 ©AdsD/6/FOTA138107; Rechteinh. nicht auffindbar, s. Impressum
Abbildung eines Transparents gegen die Notstandsgesetze
1967-1974
West: Gesellschaftlicher und politischer Aufbruch

Plötzlich wieder Arbeitslosigkeit

Vom Wirtschaftswunder in die Rezession

Das deutsche „Wirtschaftswunder“ ist vorbei. Zum ersten Mal seit Kriegsende stagniert die Wirtschaft und die Zahl der Arbeitslosen steigt. Die Konjunkturprogramme der Großen Koalition schaffen nur eine kurze Verschnaufpause. In der ersten Ölkrise Anfang der 1970er rutscht Deutschland noch tiefer in die Krise.

Die Rezession 1967 wird durch Konjunkturprogramme rasch überwunden: Die Wirtschaft wächst 1968 um 6,8 Prozent, im Jahr 1969 sogar um 7,9 Prozent. Doch schon 1970 gehen die Wachstumsraten wieder zurück, von zunächst 5,9 Prozent auf 3,6 Prozent im Jahr 1972. Nach einem kurzen Zwischenhoch (4,9 Prozent im Jahr 1973) fallen sie dramatisch auf 0,4 Prozent im Jahr 1974 und 1,8 Prozent im Jahr 1975. Die Auswirkungen der ersten Ölkrise sind angekommen, die Bundesrepublik schlittert in eine Phase der Stagflation.

Denn trotz sinkender Wachstumsraten und steigender Arbeitslosigkeit schnellt die Inflationsrate hoch: von 1,9 Prozent im Jahr 1969 auf 5,5 Prozent im Jahr 1972 auf 7,0 Prozent im Jahr 1974.

Dienstleistungsbereich wächst

Der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen geht seit den 1950er Jahren kontinuierlich zurück. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich ab den 1960er Jahren beim produzierenden Gewerbe. Die Bundesrepublik Deutschland wird zur „Dienstleistungsgesellschaft”: Der Anteil der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe sinkt von 1966 bis 1975 von 48,8 auf 42,4 Prozent, der Anteil der Land- und Forstwirtschaft von 10,5 auf 6,6 Prozent. Der Anteil des Dienstleistungsbereiches wächst von 1966 bis 1975 von 40,7 auf über 51,0 Prozent. Der Anteil der Industriearbeiterschaft nimmt ab, der der Angestellten legt deutlich zu.

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