Fackelzug am Brandenburger Tor zur Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 ©AdsD/B011827
1933-1945
NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg

Wirtschaftspolitik der Nazis

Rüsten für den geplanten Krieg

Schon 1933 beginnen die Nationalsozialisten, die deutsche Wirtschaft unter ihre Kontrolle zu bringen. Zwar wird das Privateigentum an Produktionsmitteln nicht angetastet, doch gelenkt wird die wirtschaftliche Entwicklung vom Staat. Und alle Maßnahmen dienen dem einem Ziel: Die Produktion anzukurbeln und auszurichten für den geplanten Krieg.

1934 wird der sogenannte „Neue Plan“ auf den Weg gebracht. Darin werden Maßnahmen zur Einfuhr- und Ausfuhrlenkung, der Devisen- und Rohstoffbewirtschaftung sowie strikte Auflagen bei Investition und Produktion eingeführt. Hinzu kommt die Vorbereitung des Arbeitseinsatzes, der dafür sorgen soll, dass in Rüstungsbetrieben ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Produzieren für den Krieg: Frauenarbeit in der Rüstungsindustrie

© Bundesarchiv, 146-1981-076-11A[1]

Mit der Verabschiedung des Vierjahresplans im September 1936 wird die wirtschaftliche Entwicklung endgültig den Zielen der Rüstungspolitik untergeordnet: Kohleförderung, Stahlerzeugung, Chemieindustrie, Elektrotechnik, Maschinenbau sowie alle Zweige der Rüstungsindustrie erhalten absoluten Vorrang, die Produktion für den zivilen Bedarf wird beschränkt. Arbeitskräfte und Rohstoffe aus der Verbrauchswirtschaft werden in die Rüstungsindustrie umgelenkt.

Um mehr Devisen für den Import unverzichtbarer Rohstoffe zu haben, sollen die Verbraucher auf heimische Produkte umsteigen. Gleichzeitig wird eine weitgehende Unabhängigkeit von kriegswichtigen Rohstoff-Importen angestrebt. Für Gummi und Erdöl werden Ersatzstoffe entwickelt, die Rationalisierung der Produktionsabläufe wird vorangetrieben, um die Produktivität zu erhöhen.

Die deutsche Wirtschaft ordnet sich diesen politischen Vorgaben der nationalsozialistischen Politik nahezu kritiklos unter. Allen voran die Unternehmen, die von der Kriegskonjunktur profitieren.

Eine propagandistische Meisterleitung gelingt den Nationalsozialisten mit den Arbeitsbeschaffungsprogrammen, die schon 1933 auf den Weg gebracht werden. Sie werden von der Bevölkerung dankbar aufgenommen, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch der Bau der Reichsautobahn und der Flughäfen dient – wie die Eingriffe in die Wirtschaft  – der Vorbereitung des Krieges.

Rohstoffe werden knapp

Während des Krieges werden Rohstoffe- und Arbeitskräfte knapp, obwohl das Deutsche Reich die Ressourcen der besetzten Länder für die deutsche Kriegswirtschaft plündert, Frauen und Arbeitskräfte aus dem Ausland als Arbeitskräfte einsetzt. Als der Arbeitskräftebedarf damit nicht mehr zu befriedigen ist, werden „Fremdarbeiter“ zur Arbeit nach Deutschland verschleppt, die Insassen von Konzentrationslagern und Kriegsgefangene zur Arbeit gezwungen.

Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger die Lage: Die von Deutschland besetzten Gebiete werden zurückerobert, der Mangel an Rohstoffen und Arbeitskräften spitzt sich zu. Davon betroffen ist vor allem die Konsumwirtschaft. Die Güter für den alltäglichen Bedarf werden rationiert. Kleinere und mittlere Betriebe werden Opfer von Betriebsstilllegungen und „Auskämmaktionen“, mit denen Rohstoffe eingespart und Arbeitskräfte für die Front oder die Rüstungsindustrie „freigestellt“ werden sollen. Doch trotz der Produktionsprogramme und trotz eindringlicher Durchhalteappelle der Nationalsozialisten: Der Vormarsch der Alliierten ist nicht aufzuhalten.  

Schwieriger Neubeginn

1945 sind zahlreiche Produktionsstätten zerstört, doch die Struktur der Wirtschaft ist erhalten geblieben. Schon in den letzten Kriegsmonaten beginnen zahlreiche Betriebe, Pläne für die Nachkriegswirtschaft zu entwickeln. Diese können jedoch nur langsam in die Praxis umgesetzt werden. Die deutsche Währung ist durch die extreme Staatsverschuldung zerrüttet, die Bedingungen für den Wiederaufbau werden von den jeweiligen Besatzungsmächten bestimmt.

Der Start in die Nachkriegszeit ist schwierig.

 

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