Rudolf Sperner

Rudolf Sperner, geboren am 15. Januar 1919 in Böhmischdorf (Sudetenland), wechselt nach der Volksschule auf eine Handelsschule und macht dann eine kaufmännische Lehre. Im Anschluss arbeitet in einer Konsumgenossenschaft, schließlich als deren Filialleiter. Nach der Auflösung der Konsumgenossenschaft durch die Nationalsozialisten schlägt er sich als Bauhilfsarbeiter durch, bis er zur Wehrmacht einberufen wird. Nach dem Ende des Krieges arbeitetuf dem Bau und tritt 1946 in die SPD und in die Gewerkschaft Bau – Steine – Erden (IG BSE) ein, in der er sich zunächst ehrenamtlich, bald aber hauptamtlich betätigt.

Sein politischer Werdegang:

1951: Geschäftsführer der DGB-Verwaltungsstelle Rheine/Westfalen

1953: DGB-Bezirkssekretär in Dortmund

1955: Vorsitzender des DGB-Bezirks Westfalen

1960: Wahl in den Hauptvorstand der IG BSE

1963: Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden der IG BSE

1966 bis 1982: Bundesvorsitzender der IG BSE (als Nachfolger von Georg Leber und Vorgänger von Konrad Carl)

Schwerpunkt der Gewerkschaftsarbeit Rudolf Sperners ist die Tarifpolitik, mit der er u.a. die Einführung des Wintergeldes für Bauarbeiter, eine zusätzliche betriebliche Altersversorgung und den Einkommensschutz bei Unternehmenskonkursen erreicht. Seine „Tarifpolitik mit Augenmaß“, die ganz auf Verhandlungen setzt, lässt die Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg der Branche teilhaben und macht ihn zugleich zu einem auch von der Arbeitgeberseite anerkannten Partner. Auch als er bereits im Ruhestand ist, ist sein Rat gefragt, wenn es z.B. nach der „Wende“ um die Sicherung von Betrieben und damit von Arbeitsplätzen in den Neuen Bundesländern geht.

Er stirbt am 3. Oktober 2010 in Rheine.

Angaben nach: Rudolf Sperner, in: Munzinger-Archiv; Gewerkschaften – Alte Oper: Rudolf Sperner, der strammste unter Deutschlands Gewerkschaftsführern, tritt ab, in: Spiegel Online vom 18.10.1982; Rudolf Sperner gestorben. IG BAU trauert um ihren ehemaligen Bundesvorsitzenden, Pressemitteilung der IG BAU (firmenpresse vom 6.10.2010).

 

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