Johannes Sassenbach

Johannes Sassenbach, geboren am 12. Oktober 1866 in Breun/Rheinland (heute: Lindlar), erlernt das Handwerk des Sattlers und geht auf Wanderschaft, die ihn bis nach Südfrankreich und Italien führt. 1890 lässt er sich in Berlin nieder und arbeitet zunächst in seinem erlernten Beruf. Er tritt in die SPD ein und engagiert sich in der Gewerkschaftsbewegung.

Sein politischer Werdegang:

1891 bis 1906: Vorsitzender des Verbandes der Sattler und Tapezierer, zeitweise auch Redakteur der Verbandszeitschrift

1891: Gründung eines eigenen Verlages

1895 bis 1896: Redakteur der Zeitschrift „Der Sozialistische Akademiker“

1896 bis 1898: Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift „Neuland“, einer Monatsschrift für Politik, Wissenschaft, Literatur und Kunst

1898 bis 1923: Leiter des Berliner Gewerkschaftshauses

1899 bis 1923: Vorstandsmitglied der Freien Volksbühne

1902 bis 1919: Ehrenamtliches Mitglied der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands

1906 bis 1915: Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung

1906 bis 1921: Sekretär der Internationalen Vereinigung der Sattler und verwandter Berufsgenossen

1915 bis 1920: Mitglied des Berliner Magistrats als unbesoldeter Stadtrat

1919 bis 1923: Beisitzer im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes

1920: Sozialattaché bei der Deutschen Botschaft in Rom

1920 bis 1923: Vorsitzender der Volkshochschule von Groß-Berlin

1923 bis 1931: Sekretär bzw. ab 1927 Generalsekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam

Johannes Sassenbach arbeitet dank seiner vielfältigen Interessen sowie seiner Weltläufigkeit und Sprachkenntnisse sowohl in der internationalen Gewerkschaftsbewegung als auch an der Schnittstelle von Politik und Kultur. Dabei treibt er insbesondere die gewerkschaftliche Bildungsarbeit voran und leistet zudem durch seine eigene Sammlertätigkeit und sein Eintreten für das Bibliothekswesen der Gewerkschaften einen wichtigen Beitrag zu Entwicklung und Sicherung des kulturellen Erbes der Arbeiterbewegung.

Johannes Sassenbach stirbt am 19. November 1940 in Frankfurt/Main.

Die Johannes Sassenbach Gesellschaft bewahrt sein Erbe und ist in seinem Sinne tätig. Im Oktober 2016 erinnert sie zusammen mit ver.di aus Anlass des Geburtstags von Johannes Sassenbach vor 150 Jahren mit einer Festveranstaltung an sein Leben und Wirken.

Angaben nach: Jacques Schwarz, Johann Sassenbach (1866-1940), in: Günter Benser u. Michael Schneider (Hrsg.), Bewahren – Verbreiten – Aufklären. Archivare, Bibliothekare und Sammler der Quellen der deutschsprachigen Arbeiterbewegung, Bonn-Bad Godesberg 2009,  S. 282-286. Dazu auch: Gerhard Beier, Sassenbach, Johann, in: Manfred Asendorf u. Rolf von Bockel (Hrsg.), Demokratische Wege. Deutsche Lebensläufe aus fünf Jahrhunderten, Stuttgart u. Weimar 1997, S. 543f.; Daniela Münkel, Sassenbach, Johann, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 22, Berlin 2005, S. 442f.

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