Carl Legien

Carl Legien, geboren 1861 in Marienburg, wächst nach dem Tod der Eltern in einem Waisenhaus auf. Mit 14 Jahren beginnt er eine Drechslerlehre und geht dann als Geselle auf Wanderschaft, bevor er von 1881 bis 1883 den Militärdienst absolviert. Nach weiteren Wanderjahren lässt er sich 1886 in Hamburg nieder und engagiert sich, noch unter dem Sozialistengesetz, in der Gewerkschaft.

Sein politischer Werdegang:

1886: Eintritt in den Fachverein der Drechsler

1887: Delegierter des Kongress der Drechsler in Naumburg, wo er zum Vorsitzenden der neugegründeten Vereinigung der Drechsler Deutschlands gewählt wird.

November 1890: Wahl zum Vorsitzenden der Generalkommission, deren Politik er zugleich als Redakteur des „Correspondenzblatts” mehr durch sein persönliches Geschick als durch satzungsmäßige Rechte maßgeblich bestimmt.

1906: Unterzeichnung des „Mannheimer Abkommen“, mit dem die Freien Gewerkschaften innerhalb der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung als gleichberechtigt anerkannt werden.

1914 bis 1918: Die Mehrheit der Gewerkschaften unter Legien unterstützen die „Burgfriedens“-Politik der Mehrheitssozialdemokratie.

1919: Abschluss des Novemberabkommens und die Bildung der Zentralarbeitsgemeinschaft.

Er stirbt am 26. Dezember 1920, wenige Monate nach dem erfolgreichen Generalstreik gegen den Kapp-Putsch.

 

Gerhard Beier, Carl Legien. Der weißhaarige Feuerkopf, in: ders., Schulter an Schulter, Schritt für Schritt. Lebensläufe deutscher Gewerkschafter, Köln 1983, S. 121-126; ausführlich: Karl Christian Führer, Carl Legien 1861-1920. Ein Gewerkschafter im Kampf um ein „möglichst gutes Leben“ für alle Arbeiter, Essen 2009.

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